Hilfe zur Selbsthilfe

Veröffentlicht am 18.09.2007 in Soziales

SPD besucht Caritas Beratungsstelle und Kleiderkammer

Die kirchlichen Beratungsdienste in der Caritas verstehen sich als zeitgemäße Form der Hilfe zur Selbsthilfe. Die SPD mit Kreisvorsitzender Annette Karl besuchte mit Vorstandsmitgliedern aus dem Landkreis und aus Weiden die Einrichtung in der Nikolaistraße in Weiden, um sich eine Übersicht über die Beratungsdienste von Kirche und Caritas zu bilden.

"Der Verband steht allen Rat Suchenden offen, unabhängig von ihrer Konfession, Weltanschauung oder Religion", erklärte Kreisgeschäftsführer Bernhard Uhl. "Beratungsstellen und Dienste sind kostenlos für alle Hilfesuchenden." Man biete auf Wunsch auch anonyme Beratung, die Mitarbeiter seien den Grundsätzen der Schweigepflicht und des Datenschutzes verpflichtet.

Im Gebäude beheimatet ist die Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen. Ehekrisen, Beziehungsprobleme und Belastungen im familiären Zusammenleben seien Anlässe, diese Stelle zu kontaktieren. Dabei erwähnte er auch die "Komm-Struktur" des Verbandes. "Nur die Sozialpädagogische Familienhilfe geht in die Familien, ansonsten kommen die Personen zu uns".

Bis zum ersten Kontakt müssten Ratsuchende nur ein oder zwei Tage warten, berichtete Uhl. Die weiteren Termine seien zu planen. Die Erziehungs- Jugend- und Familienberatungsstelle versuche ebenfalls, den ersten Termin sofort zu setzen. Dabei gehe es selten um die Schwierigkeiten des Kindes allein.

Streit in der Familie, Scheidung, Probleme mit dem neuen Partner oder der Entwicklung beeinflussten alle Beteiligten oft massiv. "Vor zehn Jahren konnten wir zusätzlich eine neue Kraft einstellen, eine Erweiterung wäre heute wieder nötig. Wir sind unterbesetzt." Verbessert worden sei dagegen die räumliche Situation.

Bezirksrat Werner Windisch war der Meinung man sollte mit Nachdruck die Unterbesetzung ausgleichen. "Staat und Kommunen geht es wieder besser. Wie nötig es ist, sehen wir in Weiherhammer." Hier möchte die Gemeinde Unterstützung in der Schule für eine sozialpädagogische Fachkraft, um die Lehrer zu entlasten.

Die Caritas ist ein eingetragener Verein, für den die Mitglieder einen Beitrag zahlen. Außerdem erhalten die Beratungsstellen staatliche und kommunale Zuschüsse. Die weitere Finanzierung der Beratungsstelle erfolgt durch den Eigenanteil des Trägers.

"Wir brauchen institutionelle Gremien, um soziale Fragen zu erörtern. Das ist dann ein Ersatz für den abgeschafften Sozialhilfeausschuss", sagte Kreisvorsitzende Annette Karl. "Prävention ist sehr wichtig, das müssen wir uns als Hausaufgabe stellen."

 
 

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